Rezensionen

Die Photoausstellung „In Vielfalt verbunden“ vermittelt intensive Einblicke in das Geschehen im Sikh-Gotteshaus (Gurdwara genannt). Als Betrachter fühle ich mich herausgefordert dem Fremden zu begegnen und damit in Beziehung zu treten. Die Photos spiegeln die meditativen Zustände wider und ich erlebe Leichtigkeit und Spontanität besonders in den Kinderaufnahmen.

Der Photografer Ulrich Püschmann zeigt großes Interesse und Hochachtung für die Andersartigkeit seiner Mitmenschen und für deren Seelenzustände. Ich erlebe mit wie viel Liebe und Hingabe die Aufnahmen zusammengestellt wurden. Mit intensivem Engagement wurden spirituelle Aspekte, die Meditation in vielen Fotos thematisiert mit der Kamera „eingefangen“

Von ganzem Herzen möchte ich mich beim Fotografen Ulrich Püschmann und allen Mitwirkenden der Photoausstellung „In Vielfalt verbunden“ bedanken.

Mata Ji″, Mata Ranjit Kaur

 

Die Fotografien, besser Bilder, wirkten auf den Betrachter nah und durch die Kleidung der Menschen weit entfernt. Sie zeigen ernsthafte Frauen und Kinder im Gebet und in die Hinwendung zu ihrem Gott vertieft. Der Ausstellungsbesucher kann nach kurzer Zeit ruhig und kontemplativ werden.

Dies geschieht besonders bei dem den Betrachter prüfenden Blick, wachen Augen der Kinder im Gebetstraum. Gleichzeitig sieht man Kinder, die sich unbefangen frei spielend /laufend im Gebetsraum zu bewegen scheinen.

Der Ausstellungsbesucher wird von der Würde der Gemeindemitglieder eingenommen, die sich auf die Hinwendung zu ihrem Gott bezieht. Durch die fünf äußeren Merkmale der Sikhs werden sie immer an die anzustrebenden Tugenden erinnert. Sie lehnen sich nicht gegen die Naturgesetze auf und zollen der Schöpfung gegenüber Respekt. Speziell das gemeinsame Essen hat für die Sikhs eine tiefere Bedeutung.

Es drückt die Mildtätigkeit, die Gleichheit aller Menschen und die demütige Arbeit der Gläubigen aus. Trotz, oder gerade wegen, dieser Fremdheit zeigen die Sikhs uns einen nahen Spiegel in den Bildern von Ulrich Püschmann, in dem wir uns selbst erkennen können. Die Bilder schließen den Betrachter ein. Man gewinnt den Eindruck tiefer zu sehen und Unentdecktes wahrzunehmen.

Dr. Thomas Grunau

 

Fotoausstellung ″In Vielfalt verbunden″…was mir spontan durch den Kopf ging, als ich besonders vor einem Foto staunend stand.
Es lebt und wirkt noch in mir und weckte ähnliche Bilder in meiner Vorstellung aus der Renaissancemalerei – die seinerzeit von epochaler Bedeutung waren.

An-Blick.
Viele Personen auf einem Fresco aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts  in der Toscana schauen gemeinsam,   als Gemeinschaft in eine Richtung und wissen (noch) nichts von  ihrem Reichtum in ihrer Vielfalt an Einzelnen.
Doch in jener Zeit erwacht im Einzelnen ganz vereinzelt  (noch)  ein neues Wissen von sich.
Ein Ich entsteht,  ein Wissen vom eigenen Sein, ein Bewusstsein.
Ein neues Schauen beginnt.
Ein Sehen, ein Blick erwacht  -und entdeckt das Du.
Aus dem Bild heraus, aus Gebundenheit gelöst in Eigenständigkeit, von eigenem Standpunkt,  eigener Perspektive aus  wendet sich ein Einzelner offenen Auges dem Betrachter zu als spräche er ihn an, bezöge ihn ein und weitet  seinen Raum oder will ihn verlassen, um rüberzugehen zum Betrachter, ihn persönlich begrüßen, sich mit ihm austauschen,  – epochenübergreifend.
Es ist eine neue Zeit angebrochen..!

Ein Weg zur Würde?
Ein weiteres Thema.

– Rudolf Schmidt

 

Foto-Ausstellung: „Toleranz“
In unserer Gesellschaft leben immer mehr Menschen, denen Wege gewiesen werde müssen, weil sie an den Rand gerutscht sind. Dies ist ein Kraftakt – für unsere Gesellschaft, aber auch und ganz besonders für die Menschen selber, die Schritte gehen müssen und aktiv werden müssen. Diese Wege sollten möglichst so vielfältig sein, wie die Menschen nun mal sind. Es gibt aber eine Konstante: Alles was geboten wird, muss aus der Haltung der Wertschätzung geschehen. Hier gibt es eine ganz besondere Schnittstelle zum Medium Fotografie an sich und ganz besonders zu der Art und Weise wie Ulrich Püschmann fotografiert.

Die Fotografie bietet die Möglichkeit zum Innehalten und Vergegenwärtigen, zum „sich seiner selbst bewusst werden“ und daraus Stärke zu gewinnen. Die äußerst zurückhaltende, interessierte und aufmerksame Annäherung von Ulrich Püschmann an die Menschen, die er fotografiert und dabei gleichzeitig das Fotografieren an sich weit in den Hintergrund  rückt, ist schon bemerkenswert in der Situation. Sie zeigt sich aber in ihrer ganzen Qualität erst, wenn man die Fotos sieht.

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